Illustration einer Person die eine Uhr hält
Webdesign

November 6, 2025

Webdesign-Ablauf: Warum kein Projekt gleich ist

Manchmal denke ich, der eigentliche Unterschied zwischen guten und mittelmäßigen Webdesign-Projekten liegt nicht im Design, sondern im Ablauf. Und genau darüber wird selten offen gesprochen. Denn es gibt keinen festen Prozess, der bei jedem Kunden funktioniert. Jedes Projekt läuft anders. Nicht, weil wir chaotisch sind, sondern weil Menschen, Ziele und Voraussetzungen unterschiedlich sind.

Der Ablauf ist Teil der Experience

Wenn du schon länger Websites baust, weißt du: Der Ablauf ist nicht nur Organisation – er ist Teil der Customer Experience.
Wie du mit Zeit, Kommunikation und Erwartungen umgehst, entscheidet am Ende über Zufriedenheit und Weiterempfehlung.

Gerade bei Einzelkund*innen oder kleinen Unternehmen ist Zeit eine echte Währung.
Wenn du sie mit unklaren Abläufen oder endlosen Korrekturen verschwendest, verlierst du mehr als nur Stunden – du verlierst Vertrauen.

Der Start: Fragen, nicht Aufgaben

Ich hab mir irgendwann angewöhnt, Projekte erst zu starten, wenn ich die richtigen Fragen beantwortet bekomme.


Nicht: „Was soll auf die Startseite?“


Sondern:

  • Was willst du mit der Seite erreichen?
  • Gibt es ein bestehendes Corporate Design, das wir übernehmen müssen?
  • Fehlen Inhalte, und wenn ja, wer erstellt sie?
  • Gibt es Deadlines, Budgets, oder jemanden, der freigeben muss?

Erst wenn diese Punkte klar sind, beginne ich mit dem eigentlichen Ablaufplan. Alles andere ist Blindflug.

Inhalte: Sammeln, bevor’s losgeht

Einer der größten Zeitfresser: fehlende Inhalte.
Ich löse das so: Ich schicke Kund*innen eine einfache Liste mit allen benötigten Materialien – Texte, Bilder, Logos, Links – alles in einem Schwung.
Erst wenn das Paket vollständig ist, geht’s ins Design.

Das spart Kommunikationsaufwand und reduziert Nacharbeiten massiv.
Und ja: Ich schicke den Betalink erst, wenn alles drin ist. Kein halb fertiges Layout mit Lücken.
Das senkt die Gefahr von „Ach, dann ändern wir doch gleich noch...“-Momenten erheblich.

Mein Standardprozess (der nie gleich ist)

  1. Briefing & Zielklärung
  2. Materialsammlung
  3. Struktur / Wireframes
  4. Designphase
  5. Umsetzung
  6. Beta-Link & finale Korrektur
  7. Launch

So steht’s auf dem Papier.
In der Realität verschiebt sich das ständig.
Bei einem Designer-Kollegen, der eine Seite für sich selbst baut, geht’s schneller.
Bei einer Praxis mit fünf Entscheidungsträgern dauert’s doppelt so lange.
Und das ist okay – solange der Ablauf bewusst angepasst wird.

Korrekturen begrenzen, aber fair

Ich sag Kund*innen von Anfang an: „Zwei Korrekturen sind inklusive, danach wird’s Zusatzzeit.“
Das klingt hart, ist aber ehrlich.
Korrekturen sind wichtig, aber sie müssen kontrolliert bleiben.
Wenn man früh klare Grenzen zieht, wird das später kein Thema.

Kleine Tipps aus der Praxis

  • Schick den Betalink erst, wenn du zufrieden bist.
  • Sag klar, wie viele Korrekturen inklusive sind – nicht im Kleingedruckten, sondern im Gespräch.
  • Plane lieber 10 % Zeitpuffer ein, als sie später mühsam reinzuverhandeln.
  • Mach dir Notizen zu jedem Projektablauf. Du lernst daraus fürs nächste Mal.
  • Und vor allem: Bleib flexibel. Der Ablauf ist dein Werkzeug, kein Dogma.

Kein Projekt gleicht dem anderen.
Aber genau das macht gute Designer*innen aus:
Sie können Strukturen anpassen, Abläufe flexibel halten und gleichzeitig effizient bleiben.
Am Ende geht’s nicht nur darum, was du ablieferst, sondern wie du dorthin kommst.

Bereit für dein nächstes Webprojekt?

Ich entwickle Websites für Einzelpersonen und kleine Unternehmen – mit Fokus auf Planung, Struktur und ehrlicher Kommunikation.

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