

February 21, 2026
7 Sekunden Blickkontakt, 80 % Markenerinnerung, ungeteilte Aufmerksamkeit: Was Eye-Tracking-Studien über das Leseverhalten bei Print-Anzeigen zeigen – und was das für die Gestaltung guter Werbung bedeutet.
Wer glaubt, Printwerbung werde kaum wahrgenommen, irrt. Wer glaubt, sie werde eingehend studiert, auch. Die Wahrheit liegt in den Daten – und sie ist deutlich nuancierter, als es pauschale Mediendebatten vermuten lassen.
Sieben Sekunden. So lange verweilt der Blick von Zeitungslesern im Schnitt auf einer Printanzeige – laut einer Studie des Instituts Eye Square in Kooperation mit der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft, die Eyetracking mit Hirnstrommessung (BCI) kombinierte. Im Einzelfall stieg die Betrachtungsdauer auf bis zu 144 Sekunden. Zum Vergleich: Eine Printanzeige wird laut einer weiteren Horizont-Erhebung (via Statista) im Schnitt 3,9 Sekunden betrachtet – ein TV-Spot hingegen 19,9 Sekunden, ein Online-Video 9,3 Sekunden.
Beide Werte zusammen ergeben ein klares Bild: Print erzielt weniger passive Sehzeit als Bewegtbild, bietet aber ein qualitativ anderes Aufmerksamkeitsfenster. Wer eine Zeitung liest, hält sie in der Hand, blättert bewusst und scannt aktiv – ein Modus, der sich grundlegend von passivem TV-Konsum unterscheidet.
Laut der ZMG/Eye-Square-Studie nehmen 90 % aller Zeitungsleser Anzeigen wahr – ein bemerkenswerter Betrachteranteil. Das entspricht täglich rund 40 Millionen Blickkontakten auf Anzeigen allein in Deutschland. Die gleichzeitig gemessene Gehirnaktivität zeigte, dass die lange Aufmerksamkeit und Betrachtungsdauer eine hohe mentale Aktivierung (Focussing und Stimulation) fördern – ein Wert, der für nachhaltige Werbewirkung besonders relevant ist.
Eine Erkenntnis sticht dabei besonders hervor: Anzeigengröße hat direkte Wirkung. Ganzseitige Anzeigen (1/1 oder größer) werden im Mittel fast dreimal länger betrachtet als kleinformatige Motive – rund 13,5 Sekunden statt etwa 5 Sekunden. Doppelt so viele Leser erleben dabei eine hohe kognitive Aktivierung (Stimulation). Größe ist damit nicht nur eine Frage des Prestiges, sondern der messbaren Wirksamkeit.
Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus der Werbewirkungsforschung: Printmedien erzielen den höchsten Markenerinnerungswert. Laut der Studie „Der Faktor Print“ von Score Media und Annalect (2019) können sich 80 % der Leser von Abozeitungen an die beworbenen Marken erinnern. Bei Zeitschriften sind es 76 %, bei Kaufzeitungen 67 %. Das Internet folgt mit 63 %, TV und Radio landen mit je 50 % abgeschlagen.
Der Grund liegt laut der Studie in der Nutzungsqualität: Zeitungsleser lesen entspannt, fokussiert und ohne die permanente Ablenkungskonkurrenz des digitalen Raums. Print ermöglicht ungeteilte Aufmerksamkeit – ein Gut, das im Medienalltag zunehmend rar wird.
Neben dem Erinnerungswert spielt auch das Vertrauen eine Rolle. Laut einer Studie der Gesellschaft Public Relations Agenturen halten 54 % der Befragten Zeitschriften- und Zeitungswerbung für vertrauensvoll – mehr als Firmenwebsites (51 %), Bewertungsplattformen (39 %) oder Radio- und Fernsehwerbung (35 %). Das redaktionelle Umfeld eines Printmediums verleiht der Werbung eine Seriosität, die im programmatischen Online-Umfeld schwer zu erreichen ist.
Forschungen des Marktforschungsinstituts eye square zeigen: Nach 2,5 Sekunden sind bereits 62,5 % der Menschen gedanklich wieder woanders. Die Kernbotschaft einer Anzeige muss also in diesem Zeitfenster übermittelt werden können – unabhängig davon, ob der Leser danach länger verweilt oder nicht. Was in den ersten 2,5 Sekunden nicht kommuniziert wird, wird bei vielen Betrachtern nie kommuniziert.
Eye-Tracking-Studien zeigen, dass Blicke auch bei Printanzeigen nicht zufällig wandern. Einige Muster sind konsistent:
Aus den Studiendaten ergeben sich klare Gestaltungsprinzipien:
Printanzeigen werden im Schnitt 7 Sekunden betrachtet – und 80 % der Zeitungsleser erinnern sich danach an die beworbene Marke. Was Eye-Tracking und Hirnstrommessung über Aufmerksamkeit, Blickmuster und Werbewirkung in Printmedien zeigen.
Wie lange schaut jemand auf eine Printanzeige?
Im Schnitt 7 Sekunden bei Zeitungsanzeigen laut Eye Square / ZMG-Studie – bei ganzseitigen Anzeigen bis zu 13,5 Sekunden. Zum Vergleich: TV-Spots erreichen passive Betrachtung von knapp 20 Sekunden, werden aber ohne aktive Auseinandersetzung konsumiert.
Warum erinnern sich Print-Leser besser an Werbung?
Was macht eine wirksame Printanzeige aus?
Die Studien sind eindeutig: Print-Werbung erzielt hohe Aufmerksamkeit, starke Markenerinnerung und hohes Vertrauen – wenn das Umfeld stimmt und die Anzeige für das Medium gestaltet ist. Eine Anzeige, die für ein Plakat gebaut wurde, funktioniert in einem Magazin genausowenig wie ein 500-Wort-Artikel auf einem Billboard.
Wer die Mechanismen der Wahrnehmung versteht, gestaltet anders. Mehr Bild. Weniger Text. Klarere Botschaft. Und eine Kernaussage, die in 2,5 Sekunden ankommt – weil sie es muss.
Wir gestalten Printanzeigen, die auf das Leseverhalten ausgelegt sind – nicht auf den Geschmack des Designers. Schreib uns für ein kostenloses Erstgespräch.