
February 23, 2026
KI kann in wenigen Minuten eine fertige Website generieren – mit Layout, Texten und Farbwelt. Das klingt verlockend, hat aber einen Haken: Was schnell entsteht, wirkt oft auch so. KI-Seiten folgen denselben Mustern, denselben Vorlagen, derselben kühlen Ästhetik. Dieser Artikel zeigt, wo KI im Webdesign-Prozess wirklich Sinn ergibt, was sie nicht leisten kann – und warum emotionale Wirkung und Persönlichkeit nach wie vor Menschensache sind.
Tools wie Wix ADI, Jimdo Dolphin, Durable oder 10Web klingen verlockend: Branche eingeben, ein paar Klicks, fertige Website. In unter drei Minuten, manchmal sogar kostenlos. Und tatsächlich – für eine einfache Visitenkarte im Netz funktioniert das. Die KI zieht sich Muster aus Millionen von Websites, kombiniert Farben, setzt Texte ein und baut eine Struktur, die formal korrekt ist.
Was dabei entsteht, ist aber selten wirklich gut. Es ist korrekt. Es ist sauber. Es ist – generisch.
KI-Systeme lernen aus dem, was bereits existiert. Sie kombinieren Bestehendes, erkennen Muster und imitieren, was statistisch gut funktioniert. Das klingt sinnvoll – führt aber zwangsläufig zu Websites, die einander ähneln. Dieselben Hero-Sektionen, dieselben blauen Buttons, dieselbe aufgeräumte, kühle Optik.
Wer auf einer KI-Website landet, spürt oft unbewusst: Hier war kein Mensch am Werk. Es fehlt die Haltung, die Auseinandersetzung mit der Marke, das bewusste Setzen von Akzenten. KI kann Muster neu kombinieren – aber sie hat kein Bauchgefühl, keine eigene Ästhetik und keine emotionale Verbindung zur Marke hinter der Website.
Das ist kein kleines Problem. Denn eine Website ist keine Checkliste – sie ist der erste Eindruck, den ein potenzieller Kunde von dir bekommt.
Ein erfahrener Grafiker oder Webdesigner tut mehr, als eine Website zu bauen. Er analysiert die Zielgruppe, versteht den Markenkern, entscheidet bewusst: Welche Farbe erzeugt welches Gefühl? Welche Typografie passt zur Persönlichkeit? Wie führt das Design den Blick – und warum?
Diese Entscheidungen sind strategisch und emotional zugleich. Sie entstehen aus Erfahrung, Gefühl und einem Verständnis dafür, wie Menschen Bilder, Farben und Sprache wahrnehmen. KI kann Vorschläge machen – aber sie kann nicht verstehen, was deine Marke fühlbar macht.
Eine gute Website wirkt. Sie baut Vertrauen auf, bevor jemand auch nur einen Text gelesen hat. Sie spricht an, ohne zu erklären. Dieses Niveau erreicht man nicht durch Algorithmen – sondern durch Gestaltungskompetenz.
KI-generierte Texte klingen oft glätt – und genau das ist das Problem. Sie sind korrekt, komplett und doch irgendwie austauschbar. Wirklich überzeugende Website-Texte erzählen eine Geschichte. Sie haben eine Stimme, eine Haltung, eine Art zu sprechen, die zu genau diesem Unternehmen passt – und zu keinem anderen.
Das Gleiche gilt für Bilder, Tonalität, Bildsprache und Struktur. Wenn alles vom selben Algorithmus kommt, wirkt alles gleich. Und wenn alles gleich wirkt, bleibt nichts im Gedächtnis.
Emotionale Wirkung ist kein Zufall – sie ist das Ergebnis bewusster gestalterischer Entscheidungen. Jedes Element einer guten Website ist mit Absicht gesetzt.
Trotzdem wäre es falsch, KI im Webdesign-Prozess zu ignorieren. Eingesetzt als Werkzeug – nicht als Ersatz für den Gestalter – kann sie echten Mehrwert bringen:
Zeitersparnis beim Konzept: KI hilft, Strukturen zu entwickeln, erste Seitenentwürfe zu skizzieren und schnell verschiedene Richtungen durchzuspielen. Was früher Stunden gedauert hat, lässt sich heute in Minuten als Ideengeber nutzen.
Textentwürfe und SEO-Unterstützung: KI kann Rohtexte liefern, die dann durch menschliche Überarbeitung Charakter und Stimme bekommen. Auch bei Keyword-Recherche und Meta-Texten leistet KI wertvolle Vorarbeit.
Bildgenerierung für Mockups und Visualisierungen: KI-Bildgeneratoren ermöglichen es, schnell visuelle Ideen auszuprobieren, ohne auf Stockfotos zurückgreifen zu müssen.
A/B-Tests und Performance-Analyse: KI kann helfen, verschiedene Versionen einer Seite zu testen und Nutzerverhalten auszuwerten.
Kostenersparnis für einfache Projekte: Für Landingpages oder einfache Visitenkarten-Seiten kann ein KI-Builder ein sinnvoller Einstieg sein.
Diese Tools helfen dabei, einzelne Schritte im Designprozess zu beschleunigen – ohne den Anspruch, alles zu ersetzen:
ChatGPT / Claude – Textentwürfe, Konzeptstruktur, Keyword-Ideen, Seitenarchitektur
Midjourney / DALL·E 3 – KI-Bildgenerierung für Mockups, Stimmungsbilder und Visualisierungen
Adobe Firefly – KI-Bildbearbeitung direkt in der Adobe Creative Cloud, ideal für Webdesigner
Framer AI – KI-gestützter Website-Builder für moderne, animierte Layouts
SurferSEO / RankMath – KI-gestützte SEO-Analyse und Content-Optimierung
Khroma – KI-basierte Farbpaletten-Generierung auf Basis eigener Präferenzen
Notion AI – Konzept- und Strukturentwicklung für Website-Briefings
Photoshop Generative Fill – Bildbearbeitung, Freistellen und Hintergrundgenerierung deutlich schneller als zuvor
Diese Tools sind sinnvoll, wenn sie den Gestalter unterstützen – nicht, wenn sie ihn ersetzen sollen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wer am Ende die ästhetischen und strategischen Entscheidungen trifft.
KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber kein Ersatz für Kreativität und strategisches Denken. Wer eine Website will, die wirklich wirkt, braucht mehr als Algorithmen: Er braucht Konzept, Haltung und einen Gestalter, der versteht, was eine Marke ausmacht. KI kann den Prozess beschleunigen – die Entscheidungen trifft am Ende der Mensch.
Du willst eine Website, die nicht wie alle anderen aussieht? Eine, die deine Marke wirklich widerspiegelt – mit Persönlichkeit, Strategie und echtem Design? Dann lass uns reden.